M20 - Trifidnebel & M21

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Sternbild: Schütze (Sgr)

Helligkeit:

M20: 6,3 mag / M21: 5,9 mag

Entfernung:

M20: 5.200 Lj / M21: 4250 Lj

M20 ist ein Emissions- und Reflexionsnebel im Sternbild Schütze. Der rötliche Emissionsnebel wird von drei vom Zentrum nach außen verlaufenden Staubbändern (Barnard 85) optisch dreigeteilt, daher der Name Trifidnebel (lat. trifidus „dreigeteilt, dreigespalten"). Mit einem Alter von 300.000 Lichtjahre ist M20 eines der jüngsten bekannten Sternentstehungsgebiete. Im Zentrum (am Treffpunkt der Staubbänder) befindet sich ein Mehrfachsternsystem, das die umgebenden Wasserstoffgebiete zum Leuchten anregt. Der zarte, bläuliche Reflexionsnebel bildet einen schönen Farbkontrast zum roten Hauptnebel.

Nordöstlich von M20 (im Bild links) liegt der offene Sternhaufen M21. Er hat einen Durchmesser von 16 Lichtjahren und ein geschätztes Alter von 4,6 Mio Jahren. In dieser sternreichen Region der Sommermilchstraße ist der Haufencharakter von M21 jedoch nicht besonders ausgeprägt.

Entdeckt wurden M20 und M21 am 5.6.1764 von Charles Messier. Allerdings erkannte erst Wilhelm Herschel 1784 die Nebelanteile in M20. Sein Sohn John Herschel bemerkte 1826 ebenfalls einen "sehr großen, dreiteiligen Nebel" und prägte den bis heute geläufigen Namen "Trifidnebel".

M21, Trifidnebel & M21

29.6.2019, Leonding (OÖ) - Canon EOS 1000D(a), Skywatcher 150/750 Newton auf EQ-5, Komakorrektor, 2" Baader UHC-S Filter, Belichtungszeit: 1h 9min (69 x 60s), ISO 800, Autoguiding: PHD2; Bildbearbeitung: Deep Sky Stacker, Fitswork, Photoshop

Der Trifidnebel ist ein beliebtes "Namibia-Fotomotiv", da dort das Sternbild Schütze fast im Zenit steht. Von Mitteleuropa aus ist M20 wegen seiner tief südlichen Lage eher schwer zu beobachten.

 

Unweit des Trifidnebels befindet sich ein noch größeres und ebenso bekanntes Nebelgebiet: der Lagunennebel M8.